April 7

Kryptowährung Steuern: 4 alltägliche Fälle [für Einsteiger und Erfahrene]

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Kryptowährung Steuern: Traum oder Albtraum?

Steuern und Kryptowährungen sind ein Thema, dass immer mehr Anleger und Händler mit Kryptowährungen interessiert.

Durch die hohe Volatilität der Kryptowährungen und die Neuartigkeit dieser Anlageklasse entstehen sowohl für Privatanleger als auch für Steuerberater und Finanzämter viele Detailfragen, die sich nur schlecht durch den Vergleich mit anderen Anlageformen beantworten lassen.

Die steuerliche Gesetzgebung in Deutschland ist einerseits klar für Einkünfte aus dem Kauf und Verkauf von Kryptowährungen, andererseits aber eben auch noch nicht endgültig ausformuliert.

Der Teufel steckt im Paragrafen...

Kurz gesagt: Gewinne aus Kryptowährungen sind bis auf wenige Ausnahmen zu versteuern.

Warum und wieso, darauf geht dieser Artikel ein.

Los geht's.

Kurzes Intro zu Kryptowährungen

In den aktuellen Zeiten von besonders niedrigen Zinsen oder eventuellen Negativzinsen sind sicher für Dich als Anleger Kryptowährungen wie der Bitcoin interessant.

Der Bitcoin ist die bekannteste virtuelle Währung, welche auch Kryptowährung genannt wird.

Diese hat es den Anlegern ermöglicht, Geld ohne eine Kontrolle schnell zu bewegen, was eine sehr große Reihe an neuen Anwendungen ermöglicht. Jeder Anleger kann eine oder mehrere der besten Kryptowährungen wie den Bitcoin besitzen und zugleich als Zahlungsmittel verwenden. Vor allem der Einstieg ist meistens unkompliziert.

Der Bitcoin wurde zum ersten Mal in einem Whitepaper erklärt, welches im Jahre 2008 von einem anonymen Autor, der an der Börse als „Satoshi Nakamoto“ geläufig ist, auf die Seite der P2P Foundation hochgeladen. Auf diese Weise wurde eine virtuelle Währung beschrieben, die eine dezentrale Struktur besitzt.

Dafür wird keine Zentralbank benötigt.

Ermöglicht wird dies durch eine Blockchain. Dies ist ein öffentliches Buch, welches jede Transaktion aufnimmt und garantiert, dass Hacker nicht mit einer gekauften Kryptowährung der Anleger davonlaufen.

Empfohlener Artikel: Blockchain Hype: Was steckt hinter Kryptowährungen, DeFi, smart contracts und NFT?

Die Kryptowährungen werden im Vergleich zu anderen Währungen nicht von Seiten des Staates ausgegeben, sondern man kauft sie auf Kryptobörsen. Daher handelt es sich aus steuertechnischer Sicht bei einer Kryptowährung nicht um eine Währung, sondern bei dem Kauf und Verkauf einer Kryptowährung um ein privates Veräußerungsgeschäft

Private Veräußerungsgeschäfte werden in §23 EStG definiert und sie sind somit steuerpflichtig.

In der Steuererklärung wird der Handel mit ihnen wie mit Edelmetall, Kunstgegenständen etc. festgehalten.

Kryptowährung Steuern: gesetzliche Basis

Die rechtliche Basis für die Beurteilung der anfallenden Kryptowährung Steuer in Deutschland ist ziemlich komplex, deswegen hole ich jetzt hier ein bisschen aus.

Die Grundlage ist das Einkommensteuergesetz (EStG). Es beschreibt vor allem die verschiedenen Einkunftsarten und deren Besteuerung.

Die Frage ist nun: zu welcher Einkunftsart gehören Kryptowährungen?

Momentan beschreibt das Einkommensteuergesetz sieben verschiedene Einkunftsarten:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13 - 14a EStG)
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§§ 15 - 17 EStG)
  • Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit (§ 18 EStG)
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit (§ 19 EStG)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
  • Einkünfte aus sonstigen Bezügen (§§ 22 - 24 EStG)
Kryptowährung Steuern Steuerliche Basis


Kryptowährungen sind keine Einkünfte aus Kapitalvermögen

Obwohl man annehmen könnte, dass Einkünfte aus Kryptowährungsgeschäften Einkünfte aus Kapitalvermögen wären, ist dem nicht so.

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen greift die Abgeltungssteuer, z.B. auf Gewinnen aus dem Aktienhandel oder von Aktienfonds. Dies ist eine Quellensteuer, die von den Banken direkt an das Finanzamt abgeführt wird und fix 25% beträgt.

Die Einkünfte aus Kapitalvermögen sind jedoch sehr stark reguliert und gelten wirklich nur für Finanzinstrumente und brauchen auch ein Finanzinstitut, das die Abgeltungssteuer direkt einbehält.


Kryptowährungen sind Einkünfte aus sonstigen Bezügen

Bei Kryptowährungen ist das anders. Kryptowährungen sind keine Währungen im rechtlichen Sinne, sondern es handelt sich dabei um digitale Tauschmittel.

Kryptowährungen werden steuerlich als "anderes Wirtschaftsgut" betrachtet. 

Die Besteuerung von "anderen Wirtschaftsgütern" wird bei den Einkünften aus sonstigen Bezügen beschrieben.

In § 22 Nr. 2 EStG heißt es: "Sonstige Einkünfte sind Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23;".

Und im § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG steht: "Private Veräußerungsgeschäfte sind Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt."

In der deutschen Rechtsprechung und politischen Betrachtung werden Kryptowährungen in diesem Sinn als "andere Wirtschaftsgüter"  qualifiziert.

Wichtig noch zu wissen: Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften werden erst versteuert, wenn sie die Freigrenze von 600€ übersteigen. Dies bedeutet, dass ab 601€ im Kalenderjahr der volle Betrag steuerpflichtig ist.

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Was wird besteuert? 4 Anwendungsfälle

Gemäß Einkommensteuergesetz geht es um private Veräußerungsgeschäfte.

Theoretisch klar. Praktisch nicht ganz. Auch hier ist die Realität deutlich komplexer als man zuerst denkt. 

Typische Fragen sind: Kann ich Kryptowährung Steuern umgehen? Wie kann ich Kryptowährung Steuern berechnen? Sind Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei?

Gerade bei der hohen Volatilität der Assets, dem schwankenden Bitcoin Preis, sind diese Fragen essentiell.

Dazu schaue ich mir vier verschiedene Fälle von Anlegern in Kryptowährungen an. 

Kryptowährungen Steuern Was wird besteuert


Kryptowährung Steuern Fall 1: steuerfrei weil unter Freigrenze

Fall 1 ist einfach. Ein Anleger kauft und verkauft Kryptowährungen innerhalb eines Jahres, aber der Gesamtgewinn ist niedriger als 600€.

Damit liegt der Gewinn unter der Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte und ist somit zwar steuerpflichtig, aber steuerfrei.

Aber Vorsicht: Sobald der Gewinn 600€ im Steuerjahr übersteigt, wird der gesamte Gewinn, also auch die "ersten" 600€, steuerpflichtig.


Kryptowährung Steuern Fall 2: steuerfrei weil Haltefrist länger als ein Jahr (Hodler)

Hier geht's schon los. Wie genau definiert der Gesetzgeber die Haltefrist?

Über die Definition der Haltefrist gab es in den letzten Jahren (2015 - 2017) lange Diskussionen. Die Kryptowährung Steuern Community (Steuerberater, Finanzämter, Rechtssprechung) legen die Haltefrist nun letzten Endes so aus:

Ein Kauf kann ein Kauf Fiat (bspw. €) in Krypto (bspw. BTC sein). Ein Verkauf ist definitiv wenn ich BTC wieder in € umtausche. Aber ein „Tausch“ ist jedenfalls auch, wenn ich BTC gegen bspw. ETH tausche, denn damit habe ich BTC verkauft und gleichzeitig ETH gekauft. Ich muss somit nicht irgendeine Kryptowährung oder digitales Asset in Fiat zurücktauschen um einen steuerbaren und unter weiteren Voraussetzungen steuerpflichtigen Vorgang auszulösen.

Dominik Freber ... Steuerberater

Eindeutig ist dieser Anwendungsfall eigentlich nur bei den Anlegern, die nachweisen können, dass sie spezifische Anteile von Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten haben.

Z.B. durch Kauf der Anteile an Kryptowährungen und Speicherung der Währungen danach direkt auf einem cold wallet, wie Ledger oder Trezor. Das Verschieben auf einen anderen Speicherort ist unproblematisch muss aber nachgewiesen werden können.

Oder durch das Halten der betroffenen Kryptowährungen in einem separaten hot Wallet, auf der besten Krypto Börse (Binance, Kraken, Coinbase).

In jedem Fall empfehle ich jedem Anleger, den Kauf und Verkauf bzw. Tausch der Kryptowährungen genau zu dokumentieren, um eine Auseinandersetzung mit dem Finanzamt zu vermeiden.

Zur Dokumentation bietet sich ein Krypto Steuer Tool wie CoinTracking oder Accointing an.


Kryptowährung Steuern Fall 3: steuerpflichtig weil häufiger Kauf und Verkauf  (Trader)

Für Trader von Kryptowährungen ist es auf den ersten Blick einfach.

Durch das häufige Kryptowährung Kaufen und Verkaufen von Kryptowährungen kommt die Anwendung der Haltefrist nicht zum Tragen und dadurch sind die Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen steuerpflichtig.

Z.B. wenn Du einen Trading Bot für den Handel mit Kryptowährungen benutzt.

In diesem Fall liegt die Schwierigkeit nicht so sehr darin, zu entscheiden, ob der Gewinn steuerpflichtig ist, sondern in der Berechnung der genauen Höhe des steuerpflichtigen Gewinns.

Bei ein paar tausend Trades und gleichzeitiger Anwendung des FiFo Prinzips sollte jeder Kauf und Verkauf jeder Coin und jedem Token zugerechnet werden können.

Auch hier empfiehlt sich ein Krypto Steuer Tool zur Dokumentation.


Kryptowährung Steuern Fall 4: steuerpflichtig weil häufiger Kauf und Verkauf trotz Halten (Hodler und Trader)

Fall 4 stellt aus meiner Sicht den schwierigsten Fall dar. Hier geht es um eine Mischung aus "HODLen" (Halten) und "Traden" (Tauschen) von Kryptowährungen.

Lass es mich kurz erläutern.

Die meisten privaten Anleger in Kryptowährungen eröffnen ein Depot (oder, um es korrekt zu sagen: ein Wallet) auf den Krypto Handelsplattformen, z.B. Binance, eToro oder Kraken. Oder bei Nuri, als Kombination mit dem Bankkonto dort.

Dort kaufen und verkaufen sie Kryptowährungen. Dabei kann es durchaus sein, dass zwischen dem Kauf- und Verkaufszeitpunkt der einzelnen Coins und Tokens der jeweiligen Kryptowährungen weniger als ein Jahr liegt. 

Sagen wir mal, Du bist ein Fan von Poldakot. Du kaufst Poldakot, dann gibt es schlechte Nachrichten und Du verkaufst Anteile Deiner Poldakot Anlage  wieder, und später, bei günstigen Einstiegskursen, kaufst Du wieder Poldakot Anteile zu.

Dann hast Du die ganze Zeit einen Anteil an Poldakot im Wallet, denn Du "hodlst" quasi. 

Aber Du hältst eben nicht die kompletten Coins über die gesamte Dauer. Und daher löst der jeweilige Verkauf bzw. Tausch das Ende der Haltefrist aus.

So gesehen ist dieser Anwendungsfall identisch zu Fall 3, dem "Trader", auch wenn Du Dir als Anleger gar nicht so vorkommst.

Aus steuerlicher Sicht handelt sich aber auch hier um einen permanenten Kauf und Verkauf bzw. Tausch von unterschiedlichen Kryptowährungen. Und die Haltefrist bezieht sich auf das Halten der einzelnen Coins.

Da diese unterjährig immer wieder getauscht werden, ist die steuerlich relevante Haltezeit kürzer als ein Jahr.

Also sind die Gewinne aus der Anlage in Kryptowährungen auch steuerpflichtig.


Ein Tipp: Aktives Managen Deines Wallets

Es gibt eine wachsende Anzahl an Werkzeugen, um die Wertsteigerung der gekauften Kryptowährungen im Wallet auf der Börse zu managen. In Kryptowährungen investieren geht sehr gut mit dem Trading Bot Hodlbot.

Der Hodlbot greift per API Schnittstelle auf Deinen Account auf der Kryptowährungsbörse zu und kauft und verkauft unterjährig Kryptowährungen. Damit bildet er quasi einen Index nach, den sogenannten Hodl10 oder Hodl20 oder Hodl30.

Der Vorteil dieser Methode ist die sehr gute Risikominimierung durch die Investition in einen immer wieder angepassten Korb von Kryptowährungen.


Wann wird besteuert? Haltefrist und Zuflusszeitpunkt

Wann werden die Gewinne von Privatanlegern aus der Anlage in Kryptowährungen steuerpflichtig?

LHP Rechtsanwälte schreibt in dem Artikel "Kryptowährungen - Bitcoin und Steuer": 

"Maßgeblich für die Besteuerung ist nach § 11 Abs. 1 S. 1 EStG der Zuflusszeitpunkt, für den die wirtschaftliche Verfügungsmacht - also beim Auscashen in Fiatgeld die Gutschrift auf dem Konto - ausschlaggebend ist.“

In § 11 Abs. 1 S. 1 EStG steht: "Einnahmen sind innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind."

Es besteht aber weitgehende Einigkeit darüber, dass der Anleger jederzeit auf sein Depot zugreifen kann und daher auch jederzeit die wirtschaftliche Verfügungsmacht besitzt.

Kryptowährung Steuer Wann wird besteuert


Verkauf löst Steuerpflicht zeitlich aus

Gemäß § 13 EStG ist der Verkauf von Kryptowährungen ein privates Veräußerungsgeschäft. 

Werden nun immer wieder Anteile der Kryptowährungen verkauft, Monat für Monat, z.B. durch den Hodlbot aus Fall 4, löst der Trading Bot dadurch das private Veräußerungsgeschäft aus.

Die jeweils aktuelle Summe der Investition in Kryptowährungen liegt zwar nach wie vor auf dem Wallet einer Kryptowährungsbörse, aber der entstandene Gewinn ist am Ende des Jahres steuerpflichtig.

Der Gewinn aus dem Verkauf von Bitcoins oder weiteren Kryptowährungen kann auf unterschiedliche Art und Weise ermittelt werden. Die Ermittlung des Gewinns sollte genau dokumentiert werden, damit mögliche Anfragen des Finanzamtes gut beantwortet werden können.

Es besteht einerseits die FIFO-Methodik („First in – First out“), welche berücksichtigt, dass Anleger die Bitcoins, welche sie zuerst erworben haben, zuerst wieder verkaufen. Da der Kurs des Bitcoins in den letzten Jahren sehr stark gestiegen ist, wird generell empfohlen, die Methode zu verwenden. Bei den anderen digitalen Währungen ist die Kursentwicklung ebenfalls zu beachten.

Denkbar ist zugleich die Anwendung der LIFO-Methodik („Last in – First out“). Dabei wird davon ausgegangen, dass die zuletzt erworbenen Werte zuerst verkauft werden.

Diese ist jedoch beim Finanzamt nicht anerkannt und in den meisten Fällen auch steuerlich schlechter da man so nur sehr viel schwerer über die Jahresfrist kommt.

Außerdem zu beachten: Aus steuerlicher Sicht ist der Krypto Gewinn nicht unbedingt die Differenz aus der Summe der Kryptowährungen am Anfang des Jahres verglichen mit dem Wert am Ende des Jahres.

Sondern die Krypto Steuer berücksichtigt bei der Berechnung des zu versteuernden Gewinns auch die jeweiligen unterjährigen Verluste ausgelöst durch die Verkäufe von schlecht laufenden Coins. Diese Verluste werden mit den Gewinnen gegengerechnet.

Daher empfehle ich jedem die unterjährige Dokumentation der Trades für die Berechnung der Kryptowährungen Steuern. Siehe auch mein Artikel: Krypto Steuer Tool: 8 Steuer Tools im Vergleich 

Außerdem sehr hilfreich: Das Krypto Tax Tool von Rechtsanwalt Martin Figatowski.


Kryptowährung Steuern berechnen

Kennst du die Höhe deines Ertrags?

Es ist ganz einfach: Verkaufspreis – Anschaffungskosten – Verkaufswerbungskosten = Ertrag.

Verkaufswerbekosten können Händlerprovisionen sein. Der Ertrag kann sowohl positiv sein (Gewinn) als auch negativ (Loss).

Kryptowährung Steuern Besteuerung von Kryptowährungen


Fazit für Verkauf von Kryptowährungen

Also: es lohnt sich, Bitcoins Steuern genauer anzuschauen. Die Einzelfall Betrachtung macht aufgrund der noch recht neuen gesetzlichen Lage der Kryptowährung Steuern viel Sinn.

Bisher gab es leider nicht überall eine klare Übereinstimmung, wann Gewinne aus dem Kauf und Verkauf von Kryptowährungen für mich als Privatanleger und Hodler steuerpflichtig sind.

Aber es zeichnet sich ab, dass Kryptowährung Steuern gezahlt werden müssen und dadurch die richtige Dokumentation immer wichtiger wird.


Das steuerlich relevante Geschäft innerhalb der Spekulationsfrist wird ausgelöst durch eben einen Kauf/Verkauf oder auch einem Tausch (z.B. btc gegen eth).

Da der Anleger frei über das Depot verfügen kann, sind ihm die Gewinne auch zuzurechnen und zu versteuern. Es kommt nicht auf Auszahlungen in FIAT-Währung auf ein Bankkonto oder ähnliches an.


Holger J. Haberbosch Kryptobesteuerung.eu

Eine steuerbare Transaktion ist der Verkauf einer Kryptowährung gegen eine andere Kryptowährung oder Fiat oder was auch immer. Dazu muss der Erlös nicht ausgecasht oder in Fiat ausgezahlt werden. Jede Transaktion wird in Euro umgerechnet und so der steuerbare Erlös berechnet.

Daher können Trader eigentlich ohne Hilfe von Beratern und Software ihr steuerliches Ergebnis kaum selbst berechnen, weil da eben auch noch FiFo reinspielt.


Rüdiger Quermann Steuerberatung Quermann

Die Rechtslage ist leider eindeutig. Der Verkauf eines Coins stellt den Abschluss eine privaten Veräußerungsgeschäftes dar. Steuerlich ist ein Tausch dem Verkauf gleich gestellt und beendet daher ebenfalls ein privates Veräußerungsgeschäft. Der Zeitpunkt des Auscashens ist steuerlich völlig unbeachtlich.
Die gegenteilige Meinung hält sich hartnäckig im Netz, ist aber falsch.
Der Hinweis auf die nicht bekannte Steuerpflicht vor dem Auscashen ist allenfalls als Einlassung nach Einleitung eines Strafverfahrens tauglich.

Eine Analogie finden Sie übrigens im Bereich der Kapitaleinkünfte. Hier gab es mal thesaurierende Investmentfonds, deren Anteile dann mit Wertzuwachs aus den thesaurierten und eben nicht ausgeschütteten Gewinnen verkauft werden sollten. Der Gesetzgeber schob dem einen Riegel vor.
Hier gelten auch die thesaurierten Gewinne als zugeflossen und werden versteuert.

Kryptowährungen Steuern Mining, Staking, Lending

Kryptowährungen Steuern: Mining, Staking, Lending

Die Gewinne aus einem Verkauf der Kryptowährungen werden mit dem persönlichen  Steuersatz versteuert.

Dies haben wir ja in den oben beschriebenen Fällen gesehen.

Wie sieht es nun aus mit Einnahmen aus dem Schürfen von Kryptowährungen oder dem Verleihen von Kryptowährungen?

Die oben dargestellten steuerfreien Szenarien gelten jedoch nicht für Erträge aus "Zinsen" aus jenen Geschäften, denn diese sind in jedem Fall zu versteuern als sonstige Einkünfte gemäß § 22 EStG..

Verluste aus einem Geschäft mit digitalen Währungen können mit den Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnet werden.

Zudem können alle anfallenden Gebühren für den Verkauf und den Kauf- von digitalen Währungen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Dieser Aspekt gilt ebenfalls für die Energiekosten, welche beim „Mining“ entstehen.

Beim Mining ist jedoch Vorsicht geboten, dies kann auch als gewerbliche Tätigkeit klassifiziert werden und wird dann wie ein Unternehmen versteuert.

Verlustgeschäfte absetzen lassen

Hast Du Deine Coins innerhalb eines Jahres verkauft und dabei Verluste gemacht, dann kannst Du die Verluste in der Tat steuerlich absetzen. In der Steuererklärung trägst Du alle Deine Gewinne und Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften des letzten Jahres ein. Du kannst dabei andere private Veräußerungsgeschäfte verrechnen, zum Beispiel aus dem Handel mit Gold.

Eine Verrechnung mit anderen Einkünften wie zum Beispiel deinem Gehalt sind nicht möglich.

Nicht ausgeglichene Verluste aus dem letzten Jahr können in das vorige oder folgende Jahr zurück- bzw. vorgetragen werden. Dadurch kannst du Verluste aus diesem Jahr mit Gewinnen aus dem letzten oder kommenden Jahr verrechnen, wenn sich steuerliche Vorteile ergeben.

Ein Verlustrücktrag lässt sich beantragen. Unter Umständen macht es das Finanzamt automatisch. Es kann sich lohnen, bei solchen Fragen einen Steuerberater hinzuzufügen oder sich zumindest an Dein Finanzamt zu wenden.

Wann kann ich die Verluste nicht absetzen?

Ein Verlustgeschäft ist es nur dann, wenn Du Deine Coins auch wirklich verkaufst. Hast Du zum Beispiel den Key zu Deiner Wallet verloren, wurden Deine Coins gestohlen oder hat die Börse, auf der Deine Coins gelagert sind, dicht gemacht, dann hast Du kein Verlustgeschäft gemacht.

Solche Verluste lassen sich steuerlich nicht absetzen.

Fazit der Bundesregierung zur Besteuerung von Kryptowährungen

Abschließend noch ein Hinweis. 

Die FDP hat mit einer "Kleinen Anfrage" bei der Bundesregierung die Besteuerung von Kryptowährungen angefragt (siehe Bundesregierung zur Besteuerung von Kryptowährungen und Drucksache 19/28158).

Gemäß Bundesregierung unterliegen "Einkünfte aus Kryptowährungen, die im Betriebsvermögen erzielt werden, den Besteuerungsregelungen für Gewinneinkünfte. Sofern die Einkünfte aus Kryptowährungen im Privatvermögen erzielt werden, können diese insbesondere der Besteuerung als Einkünfte aus Leistungen i. S. d. § 22 Nummer 3 EStG oder als privates Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Absatz 1 Nummer 2 EStG unterliegen. Dies wurde auch von dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg bestätigt (Beschluss vom 20. Juni 2019, 13 V13100/19, DStRE 2019, 1329). Anhaltspunkte für planwidrige Regelungslücken bestehen insoweit nicht."

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde gemeinsam mit der Krypto und Blockchain Analyse Firma Pekuna erstellt. Diese ist spezialisiert auf das Thema steuerliche Gutachten für Gewinne aus Kryptowährungen.


Was sind Deine Erfahrungen und Kenntnisse über die Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen?

Schreib mir doch bitte einen Kommentar.


Tags

Steuern


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